Passt ein Foliensegel zum Alumast ?

Seitliche Biegekurve eines Alumastes

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Alu-Masten (Messwerte bei 1/4 – 1/2 – 3/4 – Tip mit 12 kg)
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Needlespar 3 M – black – Ex-Sorpesee
back 117 – 160 – 125 – 650
side 127 – 200 – 170 – 640

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Needlespar 3M – black – Ex-Ammersee – Nut 5 mal eingesägt
117 – 150 – 120 – 680
125 – 187 – 163 – 638

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Needlespar 3 M – black – hohe 1. Schäftung
113 – 150 – 114 – 630
116 – 175 – 150 – 620

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Carbon-Wingmasten zum Vergleich
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Wilke Mast 2009.
F/a: 89 121 90 515
Side: 79 123 111 384

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PATA 2009
86 116 84 / 518 Fore-aft
74 116 106 / 386 Siedways

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Hit-Mast 2004
Back 88 117 88 520
Side 76 118 111 390
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Als Ingenieur mit grossem Interesse an hydro- und aerodynamischen Zusammenhängen interessiert es mich besonders, aus welchen Gründen moderne Finns schneller als die vor 30 o. 40 Jahren hergestellten Classic-Finns sind. In diesem Zusammenhang habe ich daher gestern meine drei Alumasten durchgemessen, wobei ich einen   Spacer (Höhe wie Mastnut)   an der unteren Messmarke verwendet habe, damit die Messwerte mit neueren Carbonwingmasten vergleichbar sind :
Der Tabelle ist zu entnehmen, dass die Alumasten weicher als die heutzutage gebräuchlichen Carbonmasten sind. In vor- /achterlichterlicher Richtung biegen sie zwar stärker als ein Carbonmast, die Biegekurve ist jedoch wie beim Carbonmast gleichmässig.

Auf dem Wasser gleicht sich der Mast   durch den Winddruck (d.h. durch die Zugkräfte des Segels   an der Mastnut) noch etwas der Vorliekskurve des Segels an, so dass Mast und Segel meistens doch irgendwie zusammenpassen. Auch Carbonmasten biegen auf dem Wasser mit dem Winddruck im Segel anders als am Messplatz mit dem 12kg Gewicht an der oberen Messmarke.

Hat das Segel jedoch eine für den Alumast zu geringe Vorlieksrundung, dann entstehen   diagonal verlaufende Querfalte(n),   die sich   evtl. noch mit   dem Cunningham herausziehen lassen.

Ich habe allerdings auch schon Foliensegel gesehen, die am Alumast an Land einen ganz fürchterlichen Eindruck machten, auf dem Wasser, d.h. mit Winddruck im Segel jedoch hervorragend standen. Also bitte nicht gleich vom ersten negativen Eindruck irritieren lassen, sondern dem Segel trotzdem eine Chance geben.

P.S.   Die Messungen zeigen im übrigen, warum der schwer zu bekommende Needlespar 3M mit der hohen 1. Schäftung vor ca. 30 Jahren als schneller galt, da er etwas steifer als die Standard-Masten war.

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